Ich bin wütend auf die Psychotherapeuten-Kammern. Warum? Weil sie ihre Mitglieder dazu anregen, die Klimakrise psychologisch zu „begleiten“, während sie unsere Klient*innen UND unsere Zukunft zerlegt!
Man diskutiert Klimaangst, Trauma nach Extremwetter, Hitzeschutz in Praxen. Es werden Leitfäden gedruckt – auf Recyclingpapier. Gewissen beruhigt mit „Nachhaltigkeitskonzepten“ für Geschäftsstellen. Ernsthaft: Wollen wir uns wirklich mit Anpassungen zufriedengeben, während die wahren Ursachen weiterbrennen?!
Der eigentliche Hebel: Naturtherapie als Kernintervention
Die Kammern haben gesagt: Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Sie haben Resolutionen verabschiedet, Curricula aufgelegt, Flyer erstellt. Das ist schon etwas – und trotzdem viel zu wenig. Psychotherapeut*innen adressieren Symptome, trainieren Coping, managen Hitze. Wir bearbeiten Gefühle zur Klimakrise, statt an die Wurzel zu gehen: die psychische Entfremdung des Menschen von der lebendigen Natur. Diese Entfremdung füttert Ohnmacht, Dissoziation, Externalisierung – und sie hält klimaschädliches Verhalten stabil. Wer die Natur nicht mehr als Bezugswelt erlebt, handelt nicht für sie.
Hier liegt unser eigentlicher Hebel als Profession: Naturtherapie. Nicht als hübsches Add-on im Park, sondern als fachlich fundierte, wirksame Intervention an der Wurzel. Naturbezogene Achtsamkeit, erlebte Verbundenheit, Sinn- und Verantwortungsaktivierung in realen Ökosystemen – das stärkt Patient*innen psychisch UND fördert nachweislich pro-ökologische Handlungsbereitschaft. Klinisch wirksam, gesellschaftlich relevant. Genau das brauchen wir, wenn wir mehr wollen als Hitzeflyer.
Naturtherapie setzt an der Ursache der ökologischen Krise an:
- Verbundenheit mit realen Ökosystemen wird wieder erlebbar.
- Selbstwirksamkeit und Sinn werden gestärkt – statt Ohnmacht zu verfestigen.
- Affektregulation und Stressreduktion passieren kontextgebunden und körpernah.
- Pro-ökologische Handlungsbereitschaft steigt, weil Beziehung Verhalten prägt.
So leisten wir Doppelwirkung: bessere psychische Gesundheit und mehr nachhaltiges Handeln.
Die zahlreichen Vorteile dieses Verfahrens habe ich in diesem kostenlosen Guide zusammengefasst: 30 praktische Tipps für effektivere und leichtere Psychotherapie- und Coachingsitzungen
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Wie Naturerfahrungen die Psychotherapie bereichern
Lebendig und frei – so kann sich Psychotherapie mit der Natur anfühlen!
Was ich von den Kammern erwarte:
- Leitlinien-Ergänzung: Naturtherapie und Klimapsychologie als Standardkompetenzen.
- Curricula mit Tiefgang: Weniger Info-Flyer, mehr Fortbildung und supervidierte Praxis im Draußen-Setting.
- Praxisförderung: Rechtlich-ethische Handreichungen, Versicherungsfragen, Qualitätsstandards – damit Kolleg*innen sicher starten können.
- Politische Stimme: Psychotherapie positioniert sich sichtbar für planetare Gesundheit.
Ich lade Dich ein, das Mandat ernst zu nehmen, das wir uns selbst gegeben haben: Einfluss nehmen. Nicht nur im Praxisalltag Emissionen sparen, sondern therapeutische Settings schaffen, die Verbundenheit wiederherstellen. Nicht nur Klimaangst beruhigen, sondern Handlungskraft kultivieren. Nicht nur Anpassung, sondern Mitgestaltung.
Fragen an Dich:
- Beziehst Du Natur systematisch in Diagnostik und Behandlung ein – jenseits von „Walk & Talk“?
- Stärkst Du explizit naturbezogene Selbstwirksamkeit als Therapieziel?
- Fordert Deine Kammer das – oder verwaltet sie vor allem den Status quo?
Schreib es uns in die Kommentare!
Wenn Du spürst, dass hier der fehlende Schlüssel liegt: Lass uns Naturtherapie als Standard verankern – in Aus- und Weiterbildung, Leitlinien und Praxis!
In meinen Aus- und Fortbildungen zeige ich, wie man Sitzungen im Freien fachlich sauber, ethisch sicher und wirksam gestaltet – und wie man damit gleichzeitig psychische Gesundheit stärkt und nachhaltiges Handeln ermöglicht.
Du wünschst Dir ein maßgeschneidertes Seminar für Euer Institut oder Euren Lehrstuhl – offline oder online? Sprich mich gerne an!
Herzliche Grüße und bis bald im Wald! 🌳
Sandra Knümann


