Wie läuft eine Psychotherapie ab?

Der Ablauf einer Psychotherapie ist höchst individuell. Er hängt unter anderem vom Therapieverfahren, der Finanzierung und den beteiligten Personen (Therapeut*in und Klient*in) ab. Auch über Psychotherapie selbst gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen. In diesem Artikel versuche ich etwas Licht ins Dunkel zu bringen. 

Was ist Psychotherapie?

Zunächst einmal kann man über Psychotherapie nur eins wirklich sagen: Zwei Menschen in unterschiedlichen Rollen (Therapeut*in und Klient*in) sprechen über ein Problem der Klient*in.

Das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

In welcher Weise gesprochen wird, wo die Gespräche stattfinden, wie der Ablauf der Psychotherapie ist,  ob die Vergangenheit aufgearbeitet wird, wie die Beziehung zwischen den Beteiligten aussieht und was außer Gespräch sonst noch gemacht wird, ist je nach Therapierichtung höchst unterschiedlich.

Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie

Auch über den Anlass einer Psychotherapie gibt es unterschiedliche Auffassungen. In Deutschland hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass Psychotherapie nur der Behandlung psychischer Störungen dient. Grund dafür ist, dass die meisten Therapien innerhalb der Finanzierung der Krankenkassen stattfinden und daher natürlich der Heilung einer anerkannten Krankheit dienen müssen.

In anderen Ländern wird es etwas weiter gefasst, so dass auch Persönlichkeitsentwicklung und Krisenbewältigung als Anlass für eine psychotherapeutische Begleitung angesehen werden. In Deutschland fällt das eher in den Bereich Coaching.

Eine weithin akzeptierte Definition von Psychotherapie stammt von Strotzka (1975):

Psychotherapie ist ein bewusster und geplanter interaktioneller Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in einem Konsensus (zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig gehalten werden, und der mit folgendem arbeitet: Durch Kommunikation, d.h. mit psychologischen Mitteln, meist verbal, aber auch averbal, in Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomverminderung, und/oder Strukturänderung der Persönlichkeit) mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens. In der Regel ist dazu eine tragfähige emotionale Bindung notwendig.

Der Ablauf einer Psychotherapie

Im Großen und Ganzen läuft eine Psychotherapie in drei Phasen ab:

Die Kennenlern-Phase: Wie der Name schon sagt, lernen sich Therapeut*in und Klient*in zunächst einmal kennen. Die Phase beginnt bei Psychotherapeut*innen mit Krankenkassen-Zulassung mit der psychotherapeutischen Sprechstunde, bei freien Therapeut*innen mit einem Erstgespräch. Daran schließen sich ca. 5 Sitzungen an, in denen man miteinander „warm wird“ und die Arbeitsweise kennenlernt.

Die Arbeits-Phase: Wenn die therapeutische Beziehung stabil ist, nimmt der Therapieprozess Fahrt auf. Die Gespräche werden tiefer, die Erkenntnisse auch. Jetzt tauchen auch erste Widerstände auf – ein Zeichen dafür, dass es ans „Eingemachte“ geht, d.h. überholte Selbstbilder, Gewohnheiten und Überzeugungen hinterfragt werden. Das kann verunsichern, gehört aber zum normalen Ablauf einer Psychotherapie.

Die Abschieds-Phase: Im Idealfall endet die Psychotherapie dann, wenn die/der Klient*in der Meinung ist, sich so weit verändert zu haben, dass sie/er nun allein weitermachen kann. Bei kassenfinanzierten Psychotherapien ist das leider nicht immer der Fall, sondern die Zusammenarbeit endet, wenn das Stundenkontingent aufgebraucht ist. Auch für die Abschiedsphase sollte man sich mehrere Sitzungen Zeit geben und nicht abrupt abbrechen. Schließlich geht es darum, sich aus einer wichtigen Beziehung gut lösen und den eigenen Weg gestärkt weitergehen zu können.

Naturtherapie ist anders!

Mein Angebot ist unabhängig von den Krankenkassen. Als Selbstzahler*in kannst Du selbst über den Ablauf Deiner Psychotherapie entscheiden.

Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, ob und wie Dir eine Naturtherapie helfen kann, nimm einfach Kontakt mit mir auf!

Jede*r Psychotherapeut*in arbeitet anders

In den folgenden Videos sieht man, wie unterschiedlich Psychotherapie sein kann: Der Begründer der personzentrierten Gesprächstherapie, Carl Rogers, und der Begründer der Gestalttherapie, Fritz Perls, arbeiten mit der gleichen Klientin. Im direkten Vergleich kann man sehr schön die Unterschiede in der Beziehungsgestaltung und Gesprächsführung erkennen.

Die Videos auf dem Kanal von Susanne Keck haben deutsche Untertitel. Einfach unten am Youtube-Monitor einschalten:

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So ist der Ablauf einer Psychotherapie in der Natur

In meiner Arbeit kombiniere ich die Haltung von Carl Rogers mit therapeutischem Naturerleben und der Praxis der Achtsamkeit. Über den von mir entwickelten Ansatz „Achtsamkeitsbasierte Naturtherapie“ habe ich auch ein Buch geschrieben: Naturtherapie – Mit Naturerfahrungen Beratung und Psychotherapie bereichern (Beltz, 2019)

Wenn Du Dir ein Bild von meiner Arbeitsweise machen möchtest, ist das folgende Video besonders interessant für Dich! Im Interview erzählt eine Klientin, wie sie unsere Zusammenarbeit empfunden hat und wie sie sich den Ablauf der Psychotherapie anfangs ganz anders vorgestellt hatte!

Achte auch auf die Zwischentöne: Im Video schwingt „zwischen den Zeilen“ ganz viel von dem mit, was eine erfolgreiche Psychotherapie ausmacht:

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Nun bin ich gespannt, wie Du Dir den Ablauf einer Psychotherapie vorgestellt hattest. Hat der Artikel Deine Sicht verändert? Wenn Du schon Therapie gemacht hast: Wie hast Du es erlebt? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

Die Autorin

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