Entspannung und innere Ruhe

Corona-Lockdown: Was jetzt hilft, um psychisch stabil zu bleiben

psychisch stabil bleiben im lockdown

Die psychologischen Auswirkungen der Corona-Krise treten im zweiten Lockdown noch deutlicher zutage. Im Gefühlsleben vieler Menschen haben sich Sorgen und Ängste breit gemacht, die sehr belastend sind – und auf Dauer sogar krank machen können. Wie Du auch im Corona-Lockdown psychisch stabil bleiben kannst, erfährst Du hier.

Mit Corona hat die Angst in unseren Alltag Einzug gehalten: Menschen halten zwei Meter Abstand voneinander und achten argwöhnisch darauf, dass ihnen niemand zu nahe kommt. Jeder könnte schließlich ein potenzieller Überträger der Krankheit sein. Viele machen sich Sorgen um ihre Angehörigen und FreundInnen oder fürchten um ihre finanzielle Existenz. Einige sorgen sich auch um die Stabilität der europäischen Wirtschaft oder sehen die Demokratie in Gefahr. Wie kann man diesem neuen Klima der Angst etwas Konstruktives entgegensetzen? Und wie schafft man es, den Winter im Lockdown psychisch gut zu überstehen?

10 Tipps für psychische Stabilität im Corona-Lockdown:

1. Erkenne Deine Gefühle an

Sich angesichts der momentanen Situation ängstlich, unruhig und gestresst zu fühlen, ist ganz normal. Eine aktuelle Umfrage aus Spanien zeigt: Etwa 36 % der Teilnehmer berichteten über mäßige bis schwere psychologische Auswirkungen der Corona-Krise, 25 % zeigten leichte bis schwere Angstzustände, 41 % berichteten von depressiven Symptomen und 41 % fühlten sich gestresst (Mehrfachantworten waren möglich). Diese Emotionen komplett verdrängen zu wollen, ist nicht hilfreich, da sie sich dann auf anderem Wege einen Ausdruck suchen, z.B. indem wir Streit mit unserem Partner anfangen oder zu viele Süßigkeiten essen. Günstiger ist es, Dir selbst einzugestehen: „Ja, mir macht die Lage auch Sorgen“ oder „Ich ärgere mich über die Zumutungen, denen ich ausgesetzt bin“. Du bist auch nur ein Mensch und brauchst nicht für alles eine Lösung zu haben!

2. Steigere Dich nicht hinein

Deine Gefühle wahrzunehmen, bedeutet nicht, sie zu verstärken oder sich von ihnen überfluten zu lassen. Achte darauf, dass Du aus Katastrophen-Fantasien schnell wieder aussteigst und zurück in die Realität kommst. Finde heraus, wie Du Dich selbst beruhigen kannst, z.B. mit optimistischen Worten oder einem Spaziergang. Wenn Du sehr empfänglich für Bedrohungs-Szenarien bist, dann vermeide Situationen, in denen Du solche sehen oder hören könntest.

3. Tausche Dich mit anderen aus

Es kann sehr entlastend sein, mit anderen über die Situation zu sprechen. Das schafft Nähe und gibt Dir das Gefühl, mit Deinen Sorgen nicht allein zu sein. Wie schaffen es andere, im Corona-Lockdown psychisch stabil zu bleiben? Gerade jetzt sind viele Menschen sehr kreativ und können andere positiv inspirieren. Achte aber darauf, welche Gedanken Du in die Welt setzt. Ein einmal ausgesprochenes Katastrophen-Szenario bleibt in den Köpfen haften und kann die Menschen in Deinem Umfeld nachhaltig verunsichern.

4. Reduziere Deinen Nachrichtenkonsum

Da sich negative Schlagzeilen besser verkaufen („Only bad news are good news“) sind die Nachrichten voll mit Botschaften, die Dich in Aufregung versetzen sollen. Wenn Du den ganzen Tag solche schlechten Nachrichten konsumierst, ist Dein Gehirn in ständiger Alarmbereitschaft und Dein Körper schüttet massenhaft Stresshormone aus. Um Dich zu beruhigen, empfiehlt es sich, die Nachrichten-Dosis stark zu reduzieren, z.B. auf eine Sendung alle zwei Tage. Alles, was wirklich wichtig ist, wird Dich auch so erreichen.

5. Sorge für gute Routinen

Gestalte aktiv Deinen Alltag im Corona-Lockdown und gib Dir eine feste Tagesstruktur, die Dich psychisch stabilisiert. Finde heraus, welcher Tagesablauf Deinen Bedürfnissen entspricht und halte Dich daran. So kannst Du auch im Homeoffice einen klaren Kopf bewahren und fühlst Dich sicherer. Plane unbedingt auch Pausen sowie Aktivitäten ein, die Körper und Seele guttun, z.B. bewusstes Aufwachen, Spazierengehen, Meditation, gesundes und leckeres Essen, Kuscheln, mit Freundinnen telefonieren…

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6. Sei dankbar für die schönen Dinge

Auch in Zeiten von Corona gibt es viel mehr Gründe, glücklich zu sein als Gründe dafür, unglücklich zu sein. Wenn Du Deine Aufmerksamkeit darauf richtest, wie gut es Dir geht und wofür Du in Deinem Leben dankbar sein kannst, dann stärkst Du dadurch auch Deine seelischen und körperlichen Abwehrkräfte. Also, worüber freust Du Dich? Über das schöne Wetter, die neue Langsamkeit, mehr Zeit mit der Familie, Deinen gesunden Körper, dass Du genug zu essen hast?

7. Bewege Dich an der frischen Luft

Das bringt Dich auf andere Gedanken und baut sehr effektiv Stresshormone ab. Du könntest z.B. täglich im Park spazieren gehen oder ein kleines Workout bei geöffnetem Fenster machen. Spüre in Deinen Körper hinein und genieße, wie lebendig er sich in Bewegung anfühlt. Schon eine halbe Stunde Sport drei Mal wöchentlich lindert nachweislich depressive und ängstliche Zustände. So bleibst Du auch im Corona-Lockdown psychisch stabil. Wenn Du ein Sportmuffel bist, kannst Du Dir eine Corona-Challenge stellen: Bis zum Ende der Kontaktsperre jeden Tag 30 min. Bewegung an der frischen Luft.

8. Beschäftige Dich mit Natur

Die Studienlage ist eindeutig: Jede Zimmerpflanze, jeder Baum vor dem Haus, jeder Gang durch den Park verbessert langfristig die Lebensqualität. Selbst wer nur Fotos von Naturlandschaften anschaut, kann seinen Stresshormon-Spiegel um rund 13% senken! Grund genug also, Dich ins Grüne zu begeben. Wenn das einmal nicht möglich ist, kannst Du auch Deine Zimmerpflanzen und Haustiere pflegen oder schöne Naturfilme anschauen.

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9. Unterstütze andere

Du weißt: Helfen macht auch den Helfenden glücklich. Du fühlst Dich dann weniger nutzlos und einsam, wenn Du etwas Sinnvolles tun kannst. Also überleg mal: Wer könnte wobei Deine Hilfe gebrauchen? Vielleicht kannst Du für ansteckungsgefährdete Menschen einkaufen oder anderen mit Deinen Computer-Kenntnissen aushelfen? Vielleicht gibt es Menschen in Deinem Umfeld, denen Du Dein offenes Ohr oder ein gutes Buch leihen könntest? Vergewissere Dich vorher, ob Dein Hilfsangebot wirklich gewollt ist und niemanden bedrängt.

10. Hol Dir selbst Unterstützung

Wenn die Angst Dein Leben immer mehr einschränkt und die Welt Dir zunehmend düster erscheint, solltest Du Hilfe bei vertrauenswürdigen Menschen suchen, z.B. zunächst bei verständnisvollen Freunden. Wenn Du bereits Erfahrung mit Depressionen, Angststörungen o.ä. hast, musst Du besonders frühzeitig reagieren, um im Corona-Lockdown psychisch stabil zu bleiben und Deine seelische Balance zu halten. Wende Dich lieber zu früh als zu spät an eine Therapeutin oder einen Berater. Ich selbst biete momentan auch kurzfristig Online-Coaching und psychologische Beratung an.

 

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