Entspannung und innere Ruhe

Corona-Krise: Was jetzt hilft, um ruhig zu bleiben

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich nicht nur der äußere Alltag geändert. Auch im Gefühlsleben vieler Menschen haben sich Sorgen und Ängste breit gemacht, die sehr belastend sind – und auf Dauer sogar krank machen können. Wie Du trotz Krise ruhig und zuversichtlich bleiben kannst, erfährst Du hier.

Mit Corona hat die Angst in unseren Alltag Einzug gehalten: Menschen halten zwei Meter Abstand voneinander und achten argwöhnisch darauf, dass ihnen niemand zu nahe kommt. Jeder könnte schließlich ein potenzieller Überträger der Krankheit sein. In den Geschäften und auf den Straßen sieht man immer mehr vermummte Gesichter, deren Blick nervös umherschweift oder starr auf den Boden gerichtet ist. Viele Menschen machen sich Sorgen um ihre Angehörigen und Freundinnen oder fürchten um ihre finanzielle Existenz. Einige sorgen sich auch um die Stabilität der europäischen Wirtschaft oder sehen die Demokratie in Gefahr. Wie kann man diesem neuen Klima der Angst etwas Konstruktives entgegensetzen? Und wie schafft man es, sich nicht selbst davon herunterziehen zu lassen?

10 Tipps für mehr Zuversicht in der Krise

1. Erkenne Deine Gefühle an. Sich angesichts der momentanen Situation ängstlich, unruhig und gestresst zu fühlen, ist ganz normal. Diese Emotionen komplett verdrängen zu wollen, ist nicht hilfreich, da sie sich dann auf anderem Wege einen Ausdruck suchen, z.B. indem wir Streit mit unserem Partner anfangen oder zu viele Süßigkeiten essen. Günstiger ist es, Dir selbst einzugestehen: „Ja, mir macht die Lage auch Sorgen“ oder „Ich ärgere mich über die Zumutungen, denen ich ausgesetzt bin“. Du bist auch nur ein Mensch und brauchst nicht für alles eine Lösung zu haben!

2. Steigere Dich nicht hinein. Deine Gefühle wahrzunehmen, bedeutet nicht, sie zu verstärken oder sich von ihnen überfluten zu lassen. Achte darauf, dass Du aus Katastrophen-Fantasien schnell wieder aussteigst und zurück in die Realität kommst. Finde heraus, wie Du Dich selbst beruhigen kannst, z.B. mit optimistischen Worten oder einem Spaziergang. Wenn Du sehr empfänglich für Bedrohungs-Szenarien bist, dann vermeide Situationen, in denen Du solche sehen oder hören könntest.

3. Tausche Dich mit anderen aus. Es kann sehr entlastend sein, mit anderen über die Situation zu sprechen. Das schafft Nähe und gibt Dir das Gefühl, mit Deinen Sorgen nicht allein zu sein. Gerade jetzt sind viele Menschen sehr kreativ und können andere positiv inspirieren. Achte aber darauf, welche Gedanken Du in die Welt setzt. Ein einmal ausgesprochenes Katastrophen-Szenario bleibt in den Köpfen haften und kann die Menschen in Deinem Umfeld nachhaltig verunsichern.

4. Reduziere Deinen Nachrichtenkonsum. Da sich negative Schlagzeilen besser verkaufen („Only bad news are good news“) sind die Nachrichten voll mit Botschaften, die Dich in Aufregung versetzen sollen. Wenn Du den ganzen Tag solche schlechten Nachrichten konsumierst, ist Dein Gehirn in ständiger Alarmbereitschaft und Dein Körper schüttet massenhaft Stresshormone aus. Um Dich zu beruhigen, empfiehlt es sich, die Nachrichten-Dosis stark zu reduzieren, z.B. auf eine Sendung alle zwei Tage. Alles, was wirklich wichtig ist, wird Dich auch so erreichen.

5. Sorge für gute Routinen. Gestalte aktiv Deinen neuen Alltag und gib Dir eine feste Tagesstruktur, die Deinen Bedürfnissen entspricht. So kannst Du auch im Homeoffice einen klaren Kopf bewahren und fühlst Dich sicherer. Plane unbedingt auch Pausen sowie Aktivitäten ein, die Körper und Seele guttun, z.B. bewusstes Aufwachen, Spazierengehen, Meditation, gesundes und leckeres Essen, Kuscheln, mit Freundinnen telefonieren…

6. Sei dankbar für die schönen Dinge. Auch in Zeiten von Corona gibt es viel mehr Gründe, glücklich zu sein als Gründe dafür, unglücklich zu sein. Wenn Du Deine Aufmerksamkeit darauf richtest, wie gut es Dir geht und wofür Du in Deinem Leben dankbar sein kannst, dann stärkst Du dadurch auch Deine seelischen und körperlichen Abwehrkräfte. Also, worüber freust Du Dich? Über das schöne Frühlingswetter, die neue Langsamkeit, mehr Zeit mit der Familie, Deinen gesunden Körper, dass Du genug zu essen hast?

7. Bewege Dich an der frischen Luft. Das bringt Dich auf andere Gedanken und baut sehr effektiv Stresshormone ab. Du könntest z.B. täglich im Park spazieren gehen oder ein kleines Workout bei geöffnetem Fenster machen. Spüre in Deinen Körper hinein und genieße, wie lebendig er sich in Bewegung anfühlt. Schon eine halbe Stunde Sport drei Mal wöchentlich lindert nachweislich depressive und ängstliche Zustände. Wenn Du ein Sportmuffel bist, kannst Du Dir eine Corona-Challenge stellen: Bis zum Ende der Kontaktsperre jeden Tag 30 min. Bewegung an der frischen Luft.

8. Beschäftige Dich mit Natur. Die Studienlage ist eindeutig: Jede Zimmerpflanze, jeder Baum vor dem Haus, jeder Gang durch den Park verbessert langfristig die Lebensqualität. Selbst wer nur Fotos von Naturlandschaften anschaut, kann seinen Stresshormon-Spiegel um rund 13% senken! Grund genug also, Dich ins Grüne zu begeben. Wenn das einmal nicht möglich ist, kannst Du auch Deine Zimmerpflanzen und Haustiere pflegen oder schöne Naturfilme anschauen.

9. Unterstütze andere. Du weißt: Helfen macht auch den Helfenden glücklich. Du fühlst Dich dann weniger nutzlos und einsam, wenn Du etwas Sinnvolles tun kannst. Also überleg mal: Wer könnte wobei Deine Hilfe gebrauchen? Vielleicht kannst Du für ansteckungsgefährdete Menschen einkaufen oder anderen mit Deinen Computer-Kenntnissen aushelfen? Vielleicht gibt es Menschen in Deinem Umfeld, denen Du Dein offenes Ohr oder ein gutes Buch leihen könntest? Vergewissere Dich vorher, ob Dein Hilfsangebot wirklich gewollt ist und niemanden bedrängt.

10. Hol Dir selbst Unterstützung. Wenn die Angst Dein Leben immer mehr einschränkt und die Welt Dir zunehmend düster erscheint, solltest Du Hilfe bei vertrauenswürdigen Menschen suchen, z.B. zunächst bei verständnisvollen Freunden. Wenn Du bereits Erfahrung mit Depressionen, Angststörungen o.ä. hast, musst Du besonders frühzeitig reagieren, um Deine seelische Balance zu halten. Wende Dich lieber zu früh als zu spät an eine Therapeutin oder einen Berater. Ich selbst biete momentan auch kurzfristig Online-Coaching und psychologische Beratung an.

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